Washington/Kiew. In westlichen Medien wird immer wieder behauptet, die russischen Streitkräfte in der Ukraine litten unter zunehmendem Munitionsmangel – nicht zuletzt deshalb, weil der ukrainischen Seite empfindliche Schläge gegen russische Munitionslager in Frontnähe gelungen seien. Auch jüngste Berichte, wonach Rußland Raketen- und Artilleriemunition in Nordkorea gekauft haben soll, werden dahingehend interpretiert, daß bei den russischen Verbänden die Munition knapp wird.

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Tatsächlich befinden sich die russischen Streitkräfte seit nunmehr über einem halben Jahr im Einsatz in der Ukraine. Der Munitionsverbrauch ist enorm. Ob es tatsächlich bereits Engpässe gibt, läßt sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

Umso erstaunlicher ist aber, daß es akuten Munitionsmangel bei den US-Streitkräften gibt. Die USA haben, obwohl offiziell nicht Kriegspartei in der Ukraine, in den letzten Monaten 126 M777-Haubitzen und 800.000 155-mm-Artilleriegranaten an die ukrainischen Streitkräfte geliefert. Dieser Bestand fehlt nun in den Arsenalen der US Army – und das Pentagon sieht sich gezwungen, die Vorräte schnellstmöglich wieder aufzufüllen.

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Die Army ließ deshalb in den letzten Wochen eine Recherche durchführen, um kanadische oder US-amerikanische Firmen ausfindig zu machen, die monatlich bis zu 12.000 Stück 155-mm-Artilleriegranaten produzieren könnten. Konkret geht es dabei um die Standardgranate M795 für 155-mm-Haubitzen der Army und der Marine.

Nach ukrainischen Angaben verfeuerten die ukrainischen Truppen bereits im Juni täglich rund 6000 Granaten – seit der Lieferung allein der US-Haubitzen im September dürfte der Munitionsverbrauch noch erheblich größer geworden sein.

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Im übrigen haben sich nicht nur die USA durch ihre massive Ukraine-Hilfe in die Bredouille gebracht. Auch Kanada hat erhebliche Bestände an eigenen 155-mm-Granaten an die Ukraine geliefert – und hat nun Südkorea um Munitionslieferungen gebeten. (mü)

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